PM Zur Räumung der Hausbesetzung im Friedtjof-Nansen-Weg 1

Das seit Ende April besetzte Studierendenwohnheim im Friedtjof Nansen Weg 1 wurde am Montagmorgen, dem 07.05.2018, geräumt. Die friedlichen Aktivist*innen standen hunderten von Polizist*innen gegenüber, die durch ihr massenhaftes Auftreten einen Strategie der Einschüchterung fuhren.
Davon ließen sich jedoch Sympathisant*innen und weitere Aktivist*innen der Initiative Our House Nansen 1 nicht abschrecken. Mit großer Unterstützung wurde jede*r Aktivist*in, die von der Polizei aus dem Haus gelassen wurde, empfangen. Danach ging die Initiative geeint mit einer spontanen Demonstration zum Gänseliesel und sprach sich dabei erneut für die deutlichen Forderungen nach sozialem, bezahlbarem Wohnraum und der Schließung der Siekhöhe aus. Die Siekhöhe ist eine ehemalige Lagerhalle, in welcher Menschenmassen leben müssen. Das Deckenlicht wird zentral reguliert, die Betonwaben sind nicht abschließbar und es gibt keine Möglichkeit zur Privatsphäre. Dieser Zustand kann nicht als langfristiger Wohnraum akzeptiert werden!

Die Stadt wich während der Besetzungszeit dem kritischen Dialog mit den Aktivist*innen aus. Statt Wege hin zu würdigeren Lebensbedingungen für Geflüchtete zu finden, wurde das städtische „Problem“ der Hausbesetzung heute durch die Polizei gelöst.

Wir finden diese Haltung der Stadt gegenüber realen Problemen im Leben vieler Menschen inakzeptabel und fordern, dass die Anzeigen gegen die Aktivist*innen zurückgezogen werden, dass der Verkauf des ehemaligen Studierendenwohnheims vorerst gestoppt und offen und zielorientiert über die Schließung der Siekhöhe debattiert wird. Das Ziel muss dabei heißen: würdiger Wohnraum für alle! Die linksjugend [‘solid] Göttingen schließt sich damit der Initiative Our House Nansen 1 an, die sagt: „Menschenrechte gelten auch für Geflüchtete!“